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StudiVZ-Bemerkungen

Hallo.
Kann man im Netz etwas ungesagt machen? Vielleicht nicht, wenn man die Caches vieler Menschen und Maschinen leeren müsste. Jedoch vom Inhalt und meiner Absicht her sollte das hier vorher stehende Posting jetzt als „unblogged“ verstanden werden. Anlass hierzu ist eine Mail eines lieben Menschen, die mich zum Nachdenken anregte und zu etwas mehr Sorgfalt. Dies soll ausdrücklich nicht ironisch herüberkommen. Vielen Dank dafür.

Anlass zu der Bemerkung sind die aktuellen Ereignisse, Gerüchte und Wogen rund um das Studi-VZ.
Über Thomas bin ich auf einen Bericht von Don Alfonso gestoßen. Erst durch die Lektüre von Robert Basics Posting kam mir der Sachverhalt genauer in meinen Blickpunkt. Sehr viele andere haben darüber berichtet.
Und trotzdem: „This makes me thinking“.

Sie sind (nach Zeitmaßstäben der Blogsphäre) sicherlich ein alter Hut, doch rührt sich in mir ein Gefühl der Verantwortung, wenn ich einerseits heftig für den Einsatz sozialer Software auch im Bildungskontext werbe, andererseits potenitellen Mißbrauch vor Augen geführt bekomme.

Mir geht es hierbei wirklich weniger um die technischen Sachverhalte. Wo sich möglicherweise technische Schlupflöcher ergeben wird ein Missbrauch nicht auszuschließen sein. Über Missbrauch und Konsequenzen zu beraten ist auch Sache der Staatsanwaltschaft und zu Urteilen die der Gerichte.

Ich möchte viel lieber dort anknüpfen, wo man von „digital literacy“ spricht, oder hierzuland von dem vielschichtig verwendeten Begriff der Medienkompetenz.
Für mich ziehe ich den Schluss, dass man sich über die sozialen Konsequenzen, die ein Missbrauch von social software oder aber auch die naive Preisgabe von zu vielen personalisierten Details ergeben könnten, möglicherweise noch viel zu wenig geredet wird. Und damit meine ich nicht nur Orte wie den Flurfunk oder innerhalb der Blogsphäre, sondern auch an Orten wo man sich der „digital literacy“ verpflichtet fühlt.

Die Kunst wird wohl darin liegen einen Mittelweg zu finden zwischen Vorteilen aufzuzeigen und auch auf Gefahren hinzuweisen, ohne gleich ‚total‘ abzuschrecken. Wie und in welcher Weise das gelingen soll, ist mir selbst gerade eine gute Frage. Genauer sind es gleich mehrere.

Kann ich in Wahrnehmung meiner pädagogischen Verantwortung Menschen zu mehr „Persönlichkeit“ animieren und gleichzeitig immer mit einem bewahrpädagogischen „aber bloss nicht zu viel“ argumentieren?

Vergebe ich nicht dadurch sehr viel Potential von der vorher doch so hochgehaltenen und selbst als bereichernd empfundenen ‚neuen Ehrlichkeit‘ im Web?

Sicherlich zeigt die Tatsache, dass einzelne nicht so handeln, dass es den betroffenen Personen zu Gute käme, nicht gleich ein schlechtes Licht für das große Ganze. Aber es ist für mich ein Indiz für die Verletzbarkeit der gesamten Prozesse.

Und – mir wird während ich das schreibe deutlich – hinter Verletzbarkeit steht auch die Verletzbarkeit von Menschen. Und irgendwie ist das unlustig.

Ein nachdenklicher Andreas.

Some remarks in english language.
A little time ago David Warlick asked in his 2Cent Blog What is the StuiVZ. Same as me a lot of people tried to explain about the functionalities and the inculturated use @ German universities. At this moment the story of Don Alfonso has not been public to me. Is there an english summary of this story? If not now avaiable but perhaps somebody – want to do this.

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