Bildung im Dialog auf Facebook
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Project Icon Set | Dezinerfolio
Ich bin immer auf der Suche nach ansprechend gestalteten icons. Hier ein frei verwendbares Icon Set mit dem Fokus auf Projekte.
“18 Icons in this setTransparent PNGsVector Fireworks Source filescompletely FREE… (even commercial use)”
So die Angaben auf der Website. Vielen Dank!
tags: icon icons project set web
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Gastbeitrag zum Storytelling: Geschichten als Marketing-Instrument
Ein Gastbeitrag von Claudia Hilker
Haben Sie schon einmal eine Werbung als quälend langweilig empfunden? Wohl mehr als einmal. Und warum? Vermutlich weil Sie mit Informationen überschüttet wurden, keine Orientierung oder keine Zusammenhänge erkannten. Ihr Interesse am Produkt wurde nicht geweckt. Ihr Mitdenken wurde nicht angeregt. Fazit: Kein Interesse, weil keine Geschichte erzählt wird. Storytelling – das Erzählen von Geschichten – eignet sich dagegen als universale Erfolgsmethode für Marketing, Management, Vertrieb und Kommunikation.
tags: storytelling marketing
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Links von delicioous im Zeitraum von Juni 15th um 09:26 bis 09:26:
Das Finden ist oft Gluecksache. Delicious macht aus zwei Augen viele. Wer zu den Themen etwas beitragen kann und will, der trete meinem Netzwerk bei. Wenn ich dann noch weiss, was andere begeistert, suche ich gerne mit.
Das Interview als Methode zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn
Aus dem wissenschaftlichen Alltag sind sie ja als Methode des Erkenntnisgewinns nicht mehr wegzudenken: Interviews. Sie treten, geordnet nach Formen offen oder geschlossen auf, oder gestaffelt nach Intention zwischen Expertenmeinung und Biographie. Oder auch das Interviewsetting ist namensgebend: Einzelinterview, Gruppeninterview … .
Allen gleich ist ein hoher Grad an Vorbereitung in Konzentration auf den Kern, der mithilfe des gewählten methodischen Zugangs nach der Antwort strebt und die anschließende gewählte Methode der systematischen und nach wissenschaftlichen Maßstäben begründeten Auswertung des dann als Quellenmaterial dienenden Daten- oder Informationscorpus.
Das Interview im Journalismus
Im Unterschied zum wissenschaftlichen Interview, das dem forschenden Erkenntnisinteresse obliegt, streben journalistische Interviews doch eher vermittelnden Charakter an. Ziel ist nicht die Erkenntnis an sich, sondern die vermittelnde Rolle zwischen Lesern/Hörern/Zuschauern und der damit verbundenen verbreiteten Information, die über den Interviewkontext hinaus nach außen getragen wird. Damit sind die Informationen absichtsvoll öffentlich zugänglich.
Beiden Interviewanlässen sowohl wissenschaftlich-erkenntnisorientierend als auch journalistisch gemein sind notwendige Schritte der Vorbereitung. Unterschiedlich ist die abschließende Nachbereitung.
Interviews bei der AG Podcasting
Auch wenn wir als AGPodcasting für unseren Podcast: “Bildung im Dialog” uns den Interviews als Methode der Information bedienen dürfte deutlich sein, diese gelten nicht primär in den Kontext wissenschaftlichen Erkenntnisinteresses. Gleichwohl hat das Sammeln von praktischen Erfahrungen im Umgang mit der Interviewsituation für mich einen hohen Stellenwert durchaus mit Blick auf die mögliche wissenschaftliche Praxis der Teilnehmenden.
Aus einer so begründeten pragmatischen Perspektive ist dieser Eintrag im Blog motiviert.
Nennen wir es Interviewanlass
Interviews in unserer AG – das ist einer unserer Ansprüche – sollen den Hörern und den vermuteten Interessen, aber auch den Interviewpartnern gerecht werden. Mit Blick auf unsere praktischen Interview-Erfahrungen war es bislang immer dienlich, dass wir uns den Anlass des Interviews ausformuliert vor Augen hielten. Wenn, eingekleidet in einen Themenschwerpunkt, der Anlass in einer erwarteten Sachexpertise begründet lag, prägt ein solches Interview andere Merkmale, als vergleichsweise Anlässe, die personenbezogen-biographisch, institutionsbezogen-organisatorisch oder prozessbezogen-subjektiv sind. Entsprechend unterscheidet sich auch die inhaltliche Vorbereitung eines solchen Interviews.
Es wird deutlich: der gewählte Anlass drückt mehr als nur die Erwartungshaltung aus. Er ist eine Vorbereitungshilfe für die nächsten Planungsschritte. So wird von ihm der Anteil der Impulse / Fragen gewählt, die beabsichtigen persönliche Haltungen, Fachinformationen oder Prozessdetails oder jeweilig deren Erwartungen von den Interviewpartnern zum Vorschein bringen sollen. Hieraus folgt dann die Formulierung des Ziels. Eine Frage, die wir als AG immer im Kern haben lautet: “Welche Informationen möchten wir aus welchem Kontext heraus (Thematischer Rahmen) zusammen mit dem Interview-Partner in Form eines Gespräches in Erfahrung bringen?” – Grundlegend hierbei ist das persönliche Interesse in der Sache durch die Mitglieder der AG-Podcasting und in Form von antizipiertem Interesse eben auch das von Hörerinnen und Hörern. Demnach rahmen zwei Fragen die Vorbereitung unserer Interviews
“Was interessiert Dich? Was möchtest durch den Experten zu erfahren?”
und
“Was schätzt Du ein, was Hörerinnen und Hörer der Episode interessiert? Was soll stellvertretend durch unser Fragen zum Vorschein kommen?”
Resümierende Gedanken zum Ablauf von unseren Interviews
Ein Plan für ein Interview ist nur so lange gut, wie er von der Realität auch aufrecht gehalten werden kann.
Ich persönlich halte es für ein Zeichen der Güte, wenn sich in einem Interview Eigendynamik entwickelt. Aus diesem Grund höre ich mir gerne Interviews mit dem Charakter eines Dialoges an. Dazu bedarf es neben offenen Fragen auch entsprechende Interview-Partner, die mit einer solchen offenen Gesprächsführung umzugehen wissen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Vorbereitung für Interviews weniger mühsam sei. Im Gegenteil – aus geschlossenen Fragen werden Impulse, die einerseits die deutliche Absicht des Interviewers erkennen lassen, andererseits genügend Räume in die Breite der Thematik und in die Tiefe der Sache geben, nicht ausschließlich Kopfnicken oder Kopfschütteln im Ergebnis zu bringen. Das bedeutet jedoch selbst: Sachkenntnis insofern, dass sich aus dem Gesprächsfluss Anknüpfungspunkte zur weiteren Tiefe oder thematischen Breite ergeben können, die sehr flexibel zu Wort gebracht werden müssen.
Fragen dienen nur der Vorbereitung und der Ausformulierung des eigenen oder stellvertretenden Interesses.
Prägendes Merkmal für ein Interview sind abstrakt betrachtet das Wechselspiel von Fragen und Antworten. Mein Votum ginge in die Richtung mehr allgemein eine fragende Haltung und anstelle von einzelnen Fragen gute Gesprächs-Impulse zu setzen. Gerade bei unseren ersten Ansinnen wurden wir von folgendem Wortlaut überrascht: “Vielen Dank für Ihr Statement, als nächstes auf unserer Frageliste ….” (+++augenroll+++) Abseits der versteckten Botschaft gegenüber dem Interviewpartner einen Fragenkatalog abzuarbeiten und demnach ihn zum Erfüllungsgehilfen der eigenen Antizipation werden zu lassen: Neben dem Freiraum zur Antwort gehört auch der Respekt für das Gesagte zum notwendigen Verhaltensrepertoire eines Dialogs. Dieser ließe sich beispielsweise durch Spiegelung oder Zusammenfassung des Verstandenen generieren. Andererseits könnte ein Kleben Festhalten am Fragenkatalog in gleicher Ebene, wie dem Ablesen eines Referates stehen – als Zeichen Ausdruck der gewohnten Mischung von Vorbereitung, Unsicherheit und mangelnder ÜbungPraxis.
An alle, die es einmal selbst versuchen wollen:
Meine persönliche Vorbereitung hat sich mittlerweile so entwickelt:
- Phase 1: Sachinterpretation – Formulierung und Begründung meiner / anderer Interessen am Thema in Antizipation der Expertise.
- Phase 2: Schematische Einteilung in Einstiegsfrage – Anfangsteil (noch eher geführt) – Explorationsteil (Form eher mit offenen Impulsen) – Resümeeteil (Entweder zusammenfassender Redeanteil in der Absicht der Rückkopplung (Artikulation des Verstandenen) und/oder Vertiefung (Pointierung und Signalisierung persönlichen oder stellvertretenden Interesses).
- Phase 3: Zuordnung der Sachmaterie zu den drei Phasen einer Gesamtlogik folgend: Beispiele: Vom Allgemeinen zum Spezifischen, vom Generellen zum Subjektiven, vom Abstrakten zum Persönlichen.
- Phase 4: Ausformulierung der Fragen und stichwortartige Notation von Erwartungen
- Phase 5: Übertrag von Fragen zu Themenpunkten des Gesprächs. Früher notierte ich die Punkte auf Karteikarten vorne, die ausformulierten Fragen hinten.
- Phase 6: Noch abstraktere oder allgemeinere Ausformulierung des Themenspektrums in form von Absichten, die dann als Themenimpulse auch dem Interviewee zur Vorbereitung dienen kann, ohne, dass er den eigentlichen Fragekatalog zu Gesicht bekommt.
- Phase 7: Üben des ersten Teils des Interview (Begrüßung etc. ), denn er fällt in die Phase, in der alle Beteiligten noch nervös sind. (Einer muss ja nicht nur plan, sondern auch Ruhe ausstrahlen und da ist es nur gut, wenn es der Fragesteller ist.)
Ich glaube ein solches Vorgehen ist nicht ungewöhnlich und wer noch Tipps hierzu hat, der kann ja gerne noch ein paar beisteuern.
Zwischen “Ich hab da das nun nicht verstanden” – “Ich habe jetzt ihren Faden verloren”
Beide Äußerungen lagen auch mir schon einmal auf der Zunge. Bislang hoffe ich sie vermieden zu haben. Trotzdem ist es vielleicht sinnvoll offenen Auges in eine solche Situation hineinzugehen. In meinen Fällen der gefühlten Hilflosigkeit das Gespräch weiterzuführen war es zumeist so, dass mich entweder die Dichte der Auskunftsfreude (qualitativ) oder allein die Menge (quantitativ) oder schlicht die unerwartete Richtung der Antwort unerwartet traf. Bevor die Trickkiste im Umgang zu solchen perplexen Situationen geöffnet wird, sei noch einmal an das oben gesagte erinnert: Zweck eines Interviews ist im Ag Fall die Sachexpertise. Zum professionellen Umgang mit Informationen aufgrund der Sachexpertise gehört neben Neugier auch grundlegend die Offenheit für Neues. Wäre alles allgemein bekannt, dann wäre ein Sach-Interview auch überflüssig und man hätte einen Redebeitrag verfassen können. Von daher stehen prinzipiell mehrere Handlungsalternativen zur Auswahl, die jedoch eine grundlegende Prämise haben: Die Situation ist entstanden aus der Sache und nicht aufgrund von Unaufmerksamkeit oder gelegentlichem Nicht-Zuhören.
- Als Stellvertreter einer Zuhörerschaft erscheint es legitim, um ein Beispiel zu bitten.
- Ist man Perplex, weil man eine Antwort in einer anderen Richtung vermutet (antizipiert) hätte kann es durchaus dienlich seine eigene Antzipation aus dem Kontext der Sache kurz zu skizzieren, um dann um eine Einordnung zu bitten. In meinen Erfahrungen wurde dieses Vorgehen besonders dankbar aufgenommen, da so nicht nur dem Interviewee dann die Richtung deutlicher wurde, sondern auch die Möglichkeit einer Präzisierung eröffnet wird.
- Gezielte und kurze Rück- und Verständnisfragen, dem Argumentationsaufbau folgend bieten ebenso die Möglichkeit im Sinne des Publikums zur Klärung beizutragen.
Interviews und ihre Rahmenbedingungen
Abschließend schildere ich noch etwas über unsere Rahmenbedingungen eines Interviews. Es bedarf ein wenig Übung einzuschätzen, wie denn Interviewpartner mit einer Interviewsituation oder der technischen Konftontation (in ein Mikro reden zu müssen) umgehen. Dieses Augenmerk ist im Fokus der Vorbereitungsphase kurz zuvor. In der Regel beginnen wir das Interview mit einem Briefing. Hier wird über die Rechtssituation aufgeklärt (Recht am eigenen Wort etc.) und unserem Weg des Umgangs damit. Häufig bauen sich die ersten enstandenen Hemmungen ab, wenn der gesamte Kontext und Prozess deutlich wird.
- Jedem unserer Interviewees haben wir die Möglichkeit eingeräumt sein Interview vorab zu hören und freizugeben.
- Jeder unserer Interviewees wurde bislang über Anliegen und Kontext des Interviewbeitrages in kenntnis gesetzt.
- Jeder unserer Interviewees bekam insbesondere die Mikros und die Funktionsweise gezeigt und war Teil eines kleinen Soundchecks.
- Jeder unserer Interviewees wurde bislang in seiner Anwesenheit anmoderiert und damit dem Podcast Publikum vorgestellt. Ziel dieser gewählten Strategie ist neben dem gelebten Wunsch einer Vertrauensbasis auch die explizit eingeräumte Möglichkeit der Intervention.
Und nebenbei bemerkt: Kaffee, Wasser und Kekse sorgen nicht nur für einen netten Empfang und einen ersten Eindruck, sondern insbesondere ein Getränk wird häufig dankbar angenommen.
“Ähhhm – vielen Dank für das Interview” – Gut vorbereitet für den Abschluss:
Der Interviewee möchte sicherlich gefragt oder ungefragt wissen, wie mit der Aufzeichnung weiter verfahren wird, wann das Interview kommt und ob man denn zufrieden ist. Ich strebe eigentlich immer danach zuerst einen Interviewpartner als Erster zu fragen, wie er sich denn nach dem Interview fühlt, ob der Rahmen für ihn ok war und ihn über die nächsten Schritte aufzuklären. Dabei geht es keineswegs um das Abspulen von Standards, sondern um das gelebte Ansinnen einer Dialogpartnerschaft.
Und jetzt seid Ihr dran! Welche Ideen habt Ihr zum Thema Interviews und welche Praxis-Tipps würdet Ihr Euren Studierenden weitergeben?
Bis denne
Andreas
… oder von der Anleitung zu Supportstrukturen.
Kennt Ihr das auch, dass Ihr ein System aufgesetzt habt und möchtet, dass es Eure Studis nutzen. Und irgendwann erfahrt Ihr, dass sie an irgendeinem Schritt nicht mehr weiterkamen? Und Euch war das Ganze so gar nicht aufgefallen? Nun, wenn man die Infrastruktur der Träume hat, die inhouse gewartet und dokumentiert wird, dann hat man dortigen Support häufig an der Hand.
Was aber, wenn man auf offene Lösungen setzt? Zwei meiner Helferlein, die ich für meine Studierenden einsetze, mag ich an dieser Stelle kurz vorstellen: Screen-Steps und Confluence.
Screen-Steps ist eine Anwendung, die basierend auf ganzen Lerneinheiten auf der Philosophie von einer Einteilung in Ablaufschritten (Screenshots und Beschreibungstext) zügig die notwendigen Abläufe erklären lässt. Dort erstellte Manuals können gebloggt, als Website exportiert oder in Wikis exportiert werden. Ein Wiki dieser Art, dass in unsere bestehende Infrastruktur passt und stabil läuft ist Confluence.
Sodenn entstand nun sukkzessive ein Supportbereich, der meinen Studierenden viele technischen Abläufe auf Verdacht vorhält und on demand abgerufen werden kann.
Einen kleinen öffentlichen Blick gewünscht? -> Hier ist unser Dokuserver.
Bis denne
Andreas
Angeregt von dem Twitterdiskurs, der sich von @shofhues über @lisarosa, @akpe, @ralfa, @mediendidaktik erstreckte resultierte ein Blogpost in Sandras Blog! Zunächst finde ich persönlich es richtig und wichtig, auch über das Thema: Assessment und Bewertungkriterien entstanden durch Studierende zu sprechen. Anlass meinerseits ist die Feststellung, dass – begeistert von den Möglichkeiten – Studierende sehr viel Zeit, Engagement und Arbeit investieren, die überdies bewertenswert ist.
Auch ich lasse gerne einmal einen Blick in meine/unsere Bewertungspraxis werfen. Das verwendete Pluralis erfolgt aufgrund der bisherigen notwendigen aber hervorragend eingespielten Praxis von Kooperationen mit Kollegen; jetzt, wo die AG-Podcasting nach Abschluss meines Studiums ein wirklich ordentlicher Lehrauftrag ist darf das singularis ebenso stehen bleiben.
Zunächst – ganz an dem Aufbau von Sandra folgend – ist natürlich der notwendige Blick auf die Rahmung der Lehrveranstaltung in ihrem Kontext des Studiums von Nöten. In der Regel werden hier Lehrbeauftragte zu der Bereicheung der Lehre im Kontext des sonstigen Seminargeschehens laut Studienordnung für die Kontexte Pädagogische Handlungskompetenz – (GS) sowie “berufliche Praxis” (HS) einer Studienrichtung angesiedelt.
Es liegt nahe, und macht es einfach: Der erste Blick der Möglichkeit eines Scheinerwerbs lag im Rahmen unserer bislang häufigen workshoppenden Tätigkeiten mit den Phasen: Betreute Konzeption – Durchführung sowie Nacharbeit und anschließenden Reflexion zu finden. Aus den Workshops resultierende Teil der Nacharbeit entstanden durchaus auch die geschnittenen und moderierten Werke in Podcast Form als Teil des großen Ganzen und damit bewertbar, jedoch nicht die einzige Grundlage. Ebenso war uns/ist mir besonders wichtig, nicht nur einen Workshop geplant zu haben, sondern den Anlass zu nutzen das eigene pädagogische Handeln reflektierend zu bewerten.
Passen denn normale Podcast-Episoden und “Handlungskompetenz”, wie “pädagogische Praxis” zusammen? Wir meinten bislang schon. Und diesen Standpunkt halte ich bislang bei. Der Grundgedanke hierbei liegt in der Gestaltung einer außerordentlich geplanten Episode, die a) ein Theorieproblem oder ein b) Praxisphänomen oder c) eine Frage der Berufsethik nach einschlägiger schriftlicher Erörterung mediengerecht in einer auditiv-digitalen Form darbieten, distribuieren und anschließend reflektierend auswerten.So gesehen ist es für uns/mich weit mehr als sich mittels eines Mikrofons in einem Podcast zu äußern. Hier hinter steck planvolles zielgebundenes und absichtsvolles Handeln, dass (und nach meiner Beobachtung steckt hier die größte Schwierigkeit) begründet wurde. Wenn demnach nach unserem bisherigen Standard des Arbeitens ein Quasi Audioskript benannt wird, handelt es sich eher um mini Unterrichtsentwürfe, denn neben der inhaltlichen Darbietung und die Methodenwahl steht immer noch die Begründung, die Sachanalyse und anstelle der Analyse einer Unterrichtssituation steht dann die Antizipation der Thematik mit erwarteten und möglichen Interessen von Zuhörerinnen und Zuhörern. Im Falle eines Interviews kommen noch Recherchen und Erörterung möglicher Frageformen (angewandtes Erlernen von Grundlagen wissenschaftlicher Forschungsmethoden!!!) und den berühmten guten Gründen hier zu. Auch hier ist mir wichtig, Es ist ein gesamtkomplex, der in der Regel ausgearbeitet schriftlich vorliegt, von dem ein Teil digital distribuiert wurde.
Aus der Betrachtungsperspektive ist eine Podcast Episode eher auf dem Level eines ausgearbeiteten Referats mit reflektirender Perspektive angesiedelt. Dass so etwas auf den Schultern von Gruppenmitgliedern funktionieren kann und es auch Spass macht, das steht auf einem ganz anderen Tablett. BTW: Damit wird auch noch etwas anderes in unserer Studienordnung angesprochen: ” §11 Pädagogische Handlungskompetenz umfasst: Entwickeln von Kooperationskompetenz, wie auch Entscheidungskompetenz und Berufsethik. Und dort unter (3) Unterrichten, wie auch Planen und Organisieren.” Aber das Level der Argumentation mag ich gar nicht so aufblasen, denn vieles von dem geschieht zwar nicht unreflektiert, doch quasi en passent.
Soweit also mein Hinweis, wie sich Podcasting (und das ist eben mehr als nur der Beitrag) bewerten lassen. Dem Medium zugute kommt, dass es, ganz in der Tradition von slow-media, um ein lange vorbereitetes Handeln handelt.
Bis denne
Andreas
Nunja, es erscheint komplizierter als es letztendlich ist, was ist denn nun wirklich ein Unterschied zwischen dem Podcasting und dem Webcasting? Ehemalige Webcasts werden ja als Mitschnitt durchaus auch in Form eines Podcasts distribuiert. Podcasts können auch Formatelemente des Webcasting enthalten … so gesehen sind es zwei markante Unterschiede: Technisch betrachtet bedarf es einer anderen Infrastruktur und aus dem Blickwinkel der Organisation / inhaltlichen Konzeption sind doch wirkliche Unterschiede zu erkennen:
Es ist das Live-Moment, als das Moment, bei ab dem man ungeschützt und nur mäßig gefiltert vor einem Mikro steht. Bis dahin sollte alles klar sein, denn sonst kommt es zu einem peinlichen “Ähhhhh – AehemdemmmBimbelhimbel”. Konzentration und Puls zeigen, es gibt einen besonderen Thrill. Soweit ist das ja nachvollziehbar. Aber es könnte ja auch einen anderen Effekt geben. Das Wissen um potentielle Zuhörer und die Möglichkeit – eben einfach nur die Möglichkeit mit ihnen in Dialog zu treten – das macht doch einen solchen Moment so wertvoll.
Und damit kommen wir zu einem sehr interessanten Punkt: Bedarf es bei der Gestaltung und Durchführung eines Webcasts nicht auch eines besonderen Formates? Auf den ersten Blick ja! Auf den Zweiten auch, doch dass das nicht so einfach ist, will ich kurz benennen: Im Wissen, ein weiteres mächtiges Kommunikationstool, wie Skype-In und oder einen fireline-chat zu haben, müsste dann ein Sendungsformat darauf abgestimmt sein, entsprechend diesen Kanal auch in die Live-Sendung einzubeziehen. Möglichkeiten gibt es hierzu viele. Interaktionsrunden/Partizipationsrunden vers. User-Driven Programm – Thematisches Wunschkonzert – alles das sind szenarien, die auf eines setzen: Aktives Zuhören und aktive teilhabe. Das ist die eine Seite. Die andere besteht daraus die didaktische Vermittlung der Informationen so zu gestalten, dass möglichen Zuhörerinnen und Zuhörern nicht nur das Gefühl, sondern auch die vertrauensvolle Möglichkeit eingeräumt wird zu Wort zu kommen. Damit meine ich: Zuhörenden Freunden muss klar sein a) technisch: wie? und vom Inhalt her: warum? sie zum Chat und zum Skype greifen sollen/wollen.
Letzter Punkt ist alles andere als trivial, ist an dieser Stelle zum Beispiel die Balance zwischen eigenem Mitteilungsbedürfnis und Artikulationsraum angesprochen. Und angesprochen ist hier auch die Kunst nicht nur zu vermitteln, sondern auch zu Fragen anzuregen und Raum für antworten übrig zu lassen. Gerade an diesem Punkt werden wir, als AG noch eine Menge Entwicklungsbedarf haben, von dem ich sicher bin dass er im späteren Berufsfeld sehr viel ausmacht. Kommt es hier quasi zur sog. Anwendung von dem was häufig als Antizipation – also er Vorwegnahme der Vorerwartung aber auch Fähigkeit oder Fertigkeit des Lernenden gebraucht wird. (Giesecke etc.)
Und – nach der fast grundlegenden Einführung dieses Post: Hier gibt es ein Problem.
Das Problem gleicht dem der Henne und des Eis. Wie fängt man einen solchen Dialog an? Mit welchen realistischen Erwartungen kann man sich in Webcastform etablieren? Man will gerne user oriented gestalten, läuft jedoch in die Gefahr in den ersten Episoden als “Trockenübung” lächerlich da zu stehen. (Fiktiv: Jetzt wäre die Stelle gewesen, an der sie etwas beitragen könnten) Anm.: So etwas ist geckig wirkt jedoch schnell abgelutscht. Man hat aber auch eigene Themen, die einen Grundstock für die Sendung bietet – möchte jedoch über die Inhalte diskutieren und nicht über die Form der Präsentation. Unser Versuch (ich mag nicht von einem Plan sprechen) das einmal anzugehen ist: zwei Themencasts und ein relativ freier und auf Interaktion angelegter Webcast. Zum ersten Themencast “Erziehung” gesellt sich kommende Woche auch am Dienstag ein weiterer Webcast zum Thema Sozialisation. Damit ist etwas ausgesprochen, was den Studierenden thematisch und mit Blick ihr Assessment wichtig war. Der Webcast gibt also die Möglichkeit teil-zu-haben am Lernen und Denken anderer. Kurz darauf wird eine komplett thematisch divergierende Webcast-Thematik angesprochen werden: “Lebenswerke?!” und besonders freue ich mich, dass der erste Interviewpartner bereits zugesagt hat. Nur so viel sei verraten: Es wird auch lyrisch werden.
Bis denne
Andreas
Irgendwie weiss ich noch nicht wirklich, mit der Art und Weise des medialen Umgangs mit dem Rücktritt des Bundespräsidenten umzugehen. Und ich versuche diese “kleine” Hilflosigkeit heute einmal in Worten zum Ausdruck zu bringen. Nehmen wir den Menschen doch zunächst selbst beim Wort:
“Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer für unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu Missverständnissen führen konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.” (Quelle: http://www.bundespraesident.de/-,2.664352/Erklaerung-von-Bundespraesiden.htm)
Diese Worte hätten ja vielleicht das Potential für Geschichtsbücher der jüngeren Zeitgeschichte. Was mir hier auffällt und gleichermaßen Sorgen bereitet: Eigentlich das, was nicht gesagt wird. Otto-Normal erscheint es nur schwer, wie denn die geäußerte, begründende Wortwahl und die Reaktion übereinstimmen. Aber um so schwerer fallen doch die Interpretationen. Noch weigere ich mich die gestern permanent wiederholte ausgesprochene “Dünnhäutigkeit”, ob als Vorwurf oder teilweise als Charakterzug zum Ausdruck gebracht als einen triftigen Grund anzunehmen. Und wie bitte stehen Äußerungen, wie “Flucht”, “Aufgabe” … im Verhältnis? Auch das erschließt sich mir nicht wirklich.
“Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären.”
Dieser Kernsatz, der bei den wenigen Worten zu finden ist, drückt doch alles Andere aus, als die erstmal vermutete Reaktion, die sich mit Attributen, wie “Aufgabe”, “nicht mehr wollen”, “beleidigtem Zurückziehen” umschreiben ließen. Rücktritt ist bekanntermaßen ja die Wahl des letzten möglichen Mittels im Repertoire der Handlungen, der gewohntermaßen als Reakion erfolgt.
Was könnte im Nachvollziehen hier helfen? Nimmt man ein gestern immer nur mit “Volksnähe” umschriebenes Merkmal von Herrn Köhler, dann war das, glaubt man bisheriger medialer Übermittlung, durch die Fähigkeit des Zuhörens geprägt. Zuhören qua Amt und Zuhören qua Person – diese Trennung verwischt häufig in der Wahrnehmung und an diesem Charakterzug wird sich ein(e) Nachfolgende(r) messen lassen dürfen.
Themenwechsel zum Rücktritt selbst:
Wenn (und hier muss aufgrund des wenig Bekannten spekuliert werden, wie es ja eigentlich alle tun aber es besser transparent täten) die oben zitierte Äußerung-Begründung darauf zielt, dass der politische Diskurs und (vielleicht aus parteipolitischer Positionsnahme) nicht mehr in der Lage sei das Gesagte ernst zu nehmen, sondern das, was sich daraus politisch verwenden lässt, dann erschließt sich auch die Folgerung nach dem fehlenden Respekt vor dem Amt. Dann wäre das mediale Hauptthema gestern jedoch nicht die persönliche und personale Entscheidung des zurückgetretenen Bundespräsidenten gewesen, sondern der alltagspolitische oder allgemeine politische Diskurs, die Kultur des Umgangs mit differierenden Meinungen, folglich dem was sich unter politischer Kultur fassen ließ. Mein Votum, ganz ab von den üblicherweise ja auftretenden Verschwörungstheorie einmal auf allen verfügbaren Ebenen wahrzunehmen, welche Kultur zu so etwas führt.
Passen aus einer solchen Perspektive heraus Äußerungen, wie “Wer austeilt, der muss auch einstecken können …”? Wohl kaum, denn sie vermischen hier einiges: Person, Position (aus der heraus ausgeteilt wurde) und Persönlichkeit. Und enttäuschenderweise treten sie eher als eine vorweggenommene Abwehrhaltung in Erscheinung als denn eine unglückliche Wortwahl. Neben dem Respekt vor dem Amt hätte als Handlungsalternative für den gestrigen Tag auch der Respekt vor der Person, die dieses scheinbar nicht einfache Amt ja einige Jahre ausgefüllt hat, auf der Tagesordnung stehen können. Eigentlich wäre es, wenn es außer der Bundeskanzlerin niemand sonst tut, an uns zu danken.
Schlussformel: “Bundesrepublik wir müssen Reden …”, vielleicht auch, “… und zuhören lernen.” Und wenn hier nun plakativ steht: “Nehmt sie beim Wort” steht der kleine bescheidene Appell zu einem kompetenteren Umgang mit dem medial vermittelten. Kleinere Fragen aus der Alltagskommunikation wären doch der Anfang: Wann zählt wieder das was jemand gemeint hat und nicht das, was ich darin sehe, lese, was sie/er meinte? Meine Sorge: Dass der Satz “Alle Macht geht vom Volke aus!” als geduldeter Treppenwitz hinter vorgehaltener Hand endet, weil zu lange nicht mehr zugehört wurde und sich ausschließlich hinter Parteiengezänke irgendwann die empfundene politische Ohnmacht ausbreitet.
Soweit meine 2Cent und vielen Dank Herr Köhler.
Andreas
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